Das Fichtensterben

Die Fichte ist die häufigste Baumart in Deutschland. Etwa ein Viertel aller Bäume sind Fichten. Das hat nichts mit einer natürlichen Verbreitung dieser Baumart zu tun, sondern damit, dass die Fichte für die Holzwirtschaft eine große Rolle spielt und deshalb am häufigsten gepflanzt wird. Fichtenholz ist das beliebteste Bauholz sowie ein Rohstoff für die Papierherstellung. Die Fichte wird auch als „Brotbaum“ bezeichnet, weil sie die Haupteinnahmequelle der Forstwirtschaft darstellt. In erster Linie ist sie also der wichtigste Holzlieferant und damit eine Wirtschaftsbaumart, die gute Eigenschaften mitbringt. Bei enger Pflanzung wächst die Fichte sehr gerade und bildet im unteren Stammbereich keine störenden Äste, was für die Verarbeitung von Vorteil ist. Dieser Bereich kann eine Länge von bis zu 25 Metern haben. Darüber hinaus gehört die Fichte zu den schnell wachsenden Baumarten, die auch im Schatten wachsen können. Sie ist anspruchslos, benötigt aber viel Wasser. In der Vergangenheit spielte der hohe Wasserbedarf der Fichte keine Rolle, da es genug Niederschlag gab.

Die Fichte unter den Bedingungen des Klimawandels
Eine Baumart, die zwar anspruchslos ist, aber viel Wasser benötigt, ist in Zeiten des Klimawandels problematisch. Denn der Klimawandel macht sich vor allem am Wassermangel bemerkbar. Benötigt ein Baum von Natur aus viel Wasser, schaden ihm längere Trockenphasen mehr als einem Baum, der grundsätzlich weniger Wasser braucht. Daher leidet die Fichte besonders stark unter dem Klimawandel. Setzt sich die Serie der Trockensommer fort, sieht es schlecht für ihre Zukunft aus. Ihr Aussterben hätte weitreichende Folgen, und zwar nicht nur für die Forstwirtschaft. Es hieße nämlich, dass ein Viertel der Bäume in Deutschland wegfiele.

Der Borkenkäferbefall geschwächter Fichten
Es ist nicht primär der Trockenstress, der den Fichtenbestand gefährdet, sondern der Borkenkäfer, der die Gunst der Stunde nutzt und die zahlreichen geschwächten Bäume befällt. Zu den gefährlichen Fichtenborkenkäfern zählen der Buchdrucker und der Kupferstecher. Borkenkäfer können geschwächte und kranke Fichten riechen und werden von ihrem Geruch angelockt. Eine gesunde Fichte kann sich gegen den Borkenkäfer durch Harzfluss wehren. Dabei wird der Käfer, der sich in den Stamm bohrt, mit Harz verklebt und unschädlich gemacht. Wenn der Baum jedoch nicht ausreichend Wasser hat, kann er nicht genug Harz produzieren, um sich gegen den Schädling zu wehren. Da die Fichte den Klimawandel so schlecht verträgt, ist sie vom Borkenkäferbefall besonders betroffen. Ist eine Fichte befallen, kann sie nur noch gefällt werden. Unzählige Fichten mussten wegen des Borkenkäfers bereits gefällt werden. Es sieht nicht danach aus, als könnte man ihn aufhalten und die Fichte retten.